Leinsamen
Allgemeines
Leinsamen sind die Samen der Pflanze Lein oder auch Flachs, eine der ältesten Kulturpflanzen. Lein kann bis zu 1,5 m hoch werden und trägt himmelblaue Blüten. Da der blau-blühende Flachs das Landschaftsbild im Allgäu bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts prägte, ist das Allgäu auch als „Das blaue Land“ bekannt geworden. Lein wird heute weltweit angebaut, vor allem in Mittel- und Osteuropa.
Verwendung
Die Pflanzenstängel des Leins werden heute unter anderem zur Fasergewinnung genutzt. Aus den Fasern werden Leine oder Papier hergestellt. Ein Teil der Fasern dient auch als Einstreu in der Tierhaltung. Die Samen des Leins können als Ganzes, geschrotet oder geflockt im Müsli, in Backwaren oder Riegeln gegessen werden. Das in den Samen enthaltene kostbare Leinöl wird in der Ernährung des Menschen, medizinisch zu heilkundlichen Zwecken, aber auch zur Herstellung von Ölfarben in der Malerei genutzt. Leinöl ist stark oxidationsgefährdet und daher äußerst empfindlich. Man sollte es kühl und dunkel lagern und rasch verbrauchen.
Leinsamen in der Ernährung
Leinsamen enthalten ein besonders hochwertiges, intensiv gelb gefärbtes Öl, das Leinöl. Es besteht fast ausschließlich aus gesunden ungesättigten Fettsäuren. Besonders die dreifach ungesättigte Alpha-Linolensäure, eine Omega 3-Fettsäure, ist so konzentriert wie in keinem anderen Öl zu finden. Diese Fettsäure kann unter vielen anderen positiven Wirkungen Arteriosklerose vorbeugen, den Blutdruck senken und die Flexibilität unserer Zellmembranen erhöhen. Des Weiteren ist Leinöl reich an antioxidativem Vitamin E.
Weitere wertvolle Inhaltsstoffe sind in der Samenschale der Leinsamen zu finden. Sie sind für den menschlichen Organismus unverdauliche Ballaststoffe. Sie enthalten Schleimstoffe, die auf zwei verschiedene Weisen wirken können. Zum einen quellen die Schleimstoffe im Dickdarm, sorgen für eine Vergrößerung des Darmbreis und damit eine verkürzte Darmpassagezeit. Leinsamen können so erfolgreich die Verdauung regulieren. In der Naturheilkunde werden Leinsamen auch zur Schleimzubereitung bei Magenschleimhaut- und Darmentzündungen und Reizdarm eingesetzt.
Neueste Forschungen fanden weitere interessante Inhaltsstoffe von Leinsamen, die sekundären Pflanzenstoffe Lignane. Das sind Phytoöstrogene, also Pflanzenöstrogene, die eine ausgleichende Wirkung auf den Hormonhaushalt haben können. Sie können außerdem antioxidativ wirken. Aktuelle Studien erforschen einen eventuellen Nutzen von Lignanen im Zusammenhang mit Knochen-, Prostata-, Herz- und Brustgesundheit.
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