Hafer (Avena sativa)
Anbau
Hafer gehört wie die Hirse zu den Rispengräsern. Er ist wie Dinkel und Einkorn ein Spelzgetreide. Ein dünnes Häutchen, der so genannte Spelz, umhüllt das Korn. Der Spelz des Hafers ist ungenießbar und muss deshalb entfernt werden. Stellt das zusätzliche Entspelzen einerseits einen zusätzlichen Arbeitsschritt dar, so schützt der Spelz das Korn andererseits vor schädlichen äußeren Einflüssen. Hafer wird hauptsächlich in den feucht-kühl gemäßigten Breiten Europas und Nordamerikas, sowie in Australien und Neuseeland angebaut. Hafer, das Kraftfutter für Ross und Reiter! Der Großteil der Haferernte wird an Pferde- und Geflügel verfüttert. Nur etwa 2 % der Ernte Deutschlands wird für die menschliche Ernährung genutzt.
Verwendung
Hafer kann in Form von Haferflocken, Grütze, Mehl und Speisekleie als Müsli, als Breigrundlage oder auch zur Herstellung von Backwaren oder Bratlingen verwendet werden. Im Zusammenhang mit Hafer ist Porridge bekannt. Porridge ist ein Haferschleim auf der Basis von Haferflocken, der ursprünglich aus Schottland stammt und heute in ganz Großbritannien vor allem als Frühstück gegessen wird.
Hafer in der Ernährung
Hafer versorgt uns im Vergleich zu anderen Getreidearten mit sehr hohen Mengen an besonders hochwertigem Eiweiß. In Hafer sind in erster Linie gesunde ungesättigte Fette enthalten, vor allem die für den menschlichen Organismus essentielle Linolsäure. Auch das fettlösliche Vitamin E, das als Antioxidans aggressive freie Radikale in unserem Körper einfangen kann, ist in Hafer reichlich vorhanden. Bei den wasserlöslichen Vitaminen fällt besonders der hohe Vitamin B1-Gehalt auf. Vitamin B1 ist für den Abbau von Kohlenhydraten nötig und aus diesem Grund besonders für körperlich aktive Menschen wichtig. Diese können auch von den hohen Mengen an Calcium, Eisen, Magnesium und Mangan im Hafer profitieren. Neben hochwertigem Fett, Eiweiß und vielen Vitaminen bietet Hafer nach neuesten Erkenntnissen noch mehr. Er enthält das Polysacharid Beta-Glucan. Neueste wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass dieser lösliche Ballaststoff einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben und zudem den Cholesterinspiegel regulieren kann. In der Pflanzenheilkunde wird Hafer bei Magen- und Darmkrankheiten angewendet, da er bei Erhitzung Schleim ausbildet, der wohltuend auf die Schleimhäute des Verdauungstraktes wirkt. Alles in allem ist Hafer wirklich ein belebendes Kraftfutter für Ross und Reiter, Tier und Mensch!
Hefe
Definition und Wirkungsweise
Hefen sind Mikroorganismen, die als Teiglockerungsmittel zum Backen verwendet werden können. Hefen haben die Fähigkeit, Zucker abzubauen. Dabei bilden sie Alkohol (Ethanol) und das Gärgas Kohlendioxid (CO2). Der Alkohol verdampft während des Backvorgangs. Das gebildete Kohlendioxid ist für die Entstehung eines luftigen Brotes verantwortlich. Hefen enthalten sehr viele B-Vitamine.
Hirse
Anbau und Verwendung
Der Begriff Hirse bezeichnet eine Reihe von Getreidearten, die botanisch gesehen alle zur Familie der Süßgräser gehören. Die Hirse stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und galt bei den Chinesen als eine der fünf heiligen Pflanzen (neben Reis, Soja, Gerste und Weizen). Auch der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras empfahl die Hirse zur Stärkung der Gesundheit.
Bei uns ist mit Hirse meist die deutsche Hirse oder Rispenhirse (Panicum miliaceum) gemeint, eine ungefähr 1 m hohe Pflanze, die breite Blätter und herabhängende Rispen trägt. In den Rispen sind kleine gelbliche Körner enthalten, deren ungenießbarer Spelz (Schale) vor dem Verzehr entfernt werden muss. Aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit wird die Rispenhirse heute vor allem in Russland und Asien, aber auch im Mittelmeerraum angebaut und gehört in China und Nordafrika zu den Grundnahrungsmitteln. Im Gegensatz dazu wurde sie in Europa durch ertragreichere Sorten wie die Kartoffel verdrängt. Bei uns wird die Hirse als äußerst wertvolles, vielseitig einsetzbares Lebensmittel in der Vollwerternährung geschätzt. Sie kann zum Beispiel als ganzes Korn als Beilage oder in süßen und herzhaften Aufläufen genossen werden, als Hirsotto oder als Basis für Bratlinge. Auch als Mehl in Backwaren oder geflockt im Müsli ist Hirse schmackhaft.
Eine Wildform der Hirse ist die Braunhirse. Da ihre äußere Schale, ihr Spelz, im Gegensatz zu vielen anderen Hirsearten genießbar ist, versorgt sie uns mit besonders vielen Mineralstoffen. Braunhirse kann gemahlen als Mehl oder als Keimling genossen werden.
Ernährungsphysiologische Vorzüge
Hirse ist ein sehr wertvolles Lebensmittel. Sie gilt nach Hafer als ernährungsphysiologisch hochwertigstes Getreide.
Hirse versorgt uns optimal mit
- einem hohen Anteil an Kohlehydraten (Stärke)
- vielen Mineralstoffen, vor allem mit Magnesium, Eisen und dem Schönmacher
  Kieselsäure für gesunde Haare, Haut und Nägel
- einem hohen Gehalt an dem sekundären Pflanzenstoff Beta-Carotin, das
  antioxidativ wirkt und unseren Körper in der Abwehr freier Radikale unterstützt
- gesunden pflanzlichen Fetten
Ihre ernährungsphysiologische Zusammensetzung macht Hirse zum perfekten Lebensmittel für Sportler und alle, die sich gesund ernähren und dabei genießen möchten!
Da Hirse kein Gluten enthält, ist sie für Menschen mit der Autoimmunerkrankung Zöliakie eine sehr interessante Bereicherung der Ernährung.